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Der Prozess in dem Hochofen wird mittels unten am Hochofen eingeblasener heißer Luft (dem sog. Wind) in Gang gehalten. Dieser für den Betrieb wichtige Wind wird in Winderhitzern (Cowper) auf Temperatur gebracht. Neben der Funktion der Sauerstoffversorgung sorgt der Wind auch für die Verwirbelung der zugefügten Rohstoffe, die sonst ca. am Ofengrund zusammenbacken würden, und nicht mehr zu erhitzen wären. Kommt es einmal zu einer Verbackung, wird mit dem Ablauf des Stauchens (kurze Unterbrechung des Windes) versucht diese wieder aufzulösen. Das Stauchen entspricht dem Schüren eines Ofenfeuers, bei dem der Luftzug durch zuviel Asche auf dem Gitter zu erliegen droht. Der Hochofen ist ein Gegenstromreaktor: Während das eingefüllte Material von oben nach unten durch den Reaktor läuft, strömen die entstehenden Reaktionsgase (die sog. Gichtgase) von unten nach oben. Sie werden oben an der Gicht entnommen, von Rauchpartikeln gereinigt und weiterer Verwendung in der chemischen Industrie zugeführt bzw. zur Heißlufterzeugung verbrannt.Die Außenwand des Hochofens wird über eine Wasserkühlung permanent gekühlt. Früher war das Kühlsystem offen ausgeführt, d.h. Wasser wurde kalt in die Ofenwand geleitet, und wurd dann in einem Kühlturm wieder abgekühlt. Das brachte natürlich einen großen Wasser- und Energieverlust mit sich. Die neuen Hochöfen werden mit einem geschlossenem Kühlkreislauf ausgestattet, der auch eine gewisse Energierückgewinnung zulässt. Der eigentliche Hochofen ist meist 25-30 m hoch, die Gesamtanlage bis zu 60 m. Mittlere und große Hochöfen erreichen Tagesleistungen von bis zu 12 Tausend t Roheisen. Hochöfen werden kontinuierlich betrieben und sind rund 10 Jahre in Betrieb. Nach dem Ende dieser sogenannten Ofenreise muss der eigentliche Hochofen erneuert werden. Wichtige grundsätzliche chemische Reaktionsgleichungen:
Reaktion (1) liefert einerseits die Energie für den gesamten Prozess. Da der Sauerstoff in Form eingeblasener, vorgewärmter Luft zugeführt wird, verläuft die Reaktion so heftig, dass Temperaturen bis über 2 Tausend °C erreicht werden. Man kann sich diesen Effekt an einem Grillfeuer klar machen, dessen Kohle heftig weiß aufglüht, wenn man mit einem warmen Föhn darauf bläst. Andererseits liefert die Reaktion das Kohlenstoffdioxid CO2, das für Reaktion (2) benötigt wird. Reaktion (2) liefert das giftige Kohlenstoffmonooxid CO, das als eigentliches Reduktionsmittel in dem Hochofen wirkt. In dem Gegensatz zu dem festen Kohlenstoff kann das gasförmige CO alle Oberflächen der Eisenoxide leicht erreichen und dort reagieren. Diese Reaktion ist eine typische Gleichgewichtsreaktion. Bei hohen Temperaturen liegt das Gleichgewicht rechts, bei niedrigen links. Reaktion (3) zeigt in zusammengefasster Form die Reduktion des typischen Eisen (III)-Oxids (Roteisenstein, Rost). Tatsächlich verläuft sie über mehrere Zwischenstufen, die in unterschiedlichen Zonen des Hochofens ablaufen: (3a) 3 Fe2O3 + CO => 2 Fe3O4 + CO2 Es entsteht der stärker eisenhaltige Magnetit (Magneteisenstein) (3b) Fe3O4 + CO => 3 FeO + CO2 Es entsteht Eisen (II)- Oxid (3c) FeO + CO => Fe + CO2 Es entsteht metallisches Eisen, das sich unten in dem Hochofen ansammeltSiehe auch: Kokerei - Lichtbogenofen - Niederschachtofenwerke - Eisenwerk - Verhüttung
· Diese Seite wurde bisher 3.993 mal abgerufen. · Letzte Counteraktualisierung erfolgte am 16.05.2008 um 23:18:32 · Diese Seite wurde zuletzt geändert um 15:20, 12. Sep 2004. · Letzte Portalaktualisierung erfolgte um 08:00:00 GMT, 25.02.2008 Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hochofen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Inhalte. In der Wikipedia ist eine Autorenauflistung verfügbar.
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